Was sind Giardien?
Giardien (Giardia) sind hochansteckende Darmparasiten, die zu den Einzellern gehören. Sie siedeln sich im Dünndarm von Hunden und Katzen an und können dort starke Beschwerden verursachen. Die Parasiten bilden widerstandsfähige Zysten, die mit dem Kot ausgeschieden werden und in der Umwelt über Wochen infektiös bleiben.
Zoonose-Gefahr! Giardien sind auf Menschen übertragbar. Besonders Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem sind gefährdet. Achten Sie auf gründliche Händehygiene nach dem Kontakt mit infizierten Tieren.
Übertragungswege
Giardien werden auf verschiedene Wege übertragen:
- Schmierinfektion: Direkter Kontakt mit infiziertem Kot
- Kontaminiertes Wasser: Trinken aus Pfützen, Teichen oder verunreinigten Wassernäpfen
- Streicheln: Zysten können am Fell haften und beim Streicheln übertragen werden
- Kontaminierte Oberflächen: Gemeinsam genutzte Näpfe, Decken und Spielzeug
- Von Tier zu Tier: Besonders in Mehrtier-Haushalten und Tierheimen
Symptome erkennen
Die häufigsten Anzeichen einer Giardien-Infektion sind:
- Akuter Durchfall – oft gelblich, schleimig und übelriechend
- Blutbeimengungen im Kot möglich
- Erbrechen und Übelkeit
- Gewichtsverlust trotz normalem Appetit
- Aufgeblähter Bauch, besonders bei Welpen und Kitten
- Wechsel zwischen normalem Kot und Durchfall
Therapie
Die Behandlung von Giardien erfordert einen konsequenten Ansatz auf mehreren Ebenen:
Quarantäne
Infizierte Tiere von anderen Tieren trennen, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Medikamente
Tierärztlich verordnete Antiparasitika (z. B. Fenbendazol oder Metronidazol) über mehrere Tage.
Hygiene
Tägliche Desinfektion von Näpfen, Toiletten und Liegeplätzen. Fell im Analbereich waschen.
Ernährung
Kein Trockenfutter während der Behandlung – kohlenhydratarme Ernährung hemmt die Parasiten.
Wichtig: Auch nach erfolgreicher Behandlung kann es zu Rückfällen kommen. Lassen Sie den Kot Ihres Tieres 2–3 Wochen nach Behandlungsende erneut untersuchen, um sicherzustellen, dass die Parasiten vollständig eliminiert wurden.
Vorbeugung
- Regelmäßige Kotuntersuchungen beim Tierarzt
- Hygiene: Näpfe und Katzentoiletten täglich reinigen
- Kein stehendes Wasser: Trinken aus Pfützen und Teichen vermeiden
- Stressminimierung: Stress schwächt das Immunsystem und begünstigt Infektionen
- Kleingruppen: In Mehrtier-Haushalten das Infektionsrisiko durch Gruppentrennung senken
- Händehygiene: Gründliches Händewaschen nach dem Kontakt mit Tieren
Bei Verdacht auf Giardien bei Ihrem Tier wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt. Unser Tierheim-Team steht Ihnen bei Fragen gerne beratend zur Seite.