Das Problem mit gut gemeinter Fütterung
Eine fremde Katze im Garten – da liegt der Griff zum Futternapf nahe. Doch was gut gemeint ist, kann für die Katze und ihren Besitzer erhebliche Probleme verursachen. Wir erklären, warum Sie auf das Füttern fremder Katzen verzichten sollten.
Unverträglichkeiten & Allergien
Viele Katzen haben Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien. Bestimmte Inhaltsstoffe können Durchfall, Erbrechen oder Hautreaktionen auslösen. Nur der Besitzer weiß, was seine Katze verträgt.
Übergewicht
Wenn eine Katze zusätzlich zum regulären Futter bei Nachbarn frisst, nimmt sie schnell zu. Übergewicht belastet Gelenke, Herz und Stoffwechsel und kann die Lebenserwartung deutlich verkürzen.
Katze frisst zu Hause nicht mehr
Warum das eigene Diätfutter fressen, wenn es beim Nachbarn leckere Häppchen gibt? Die Katze verweigert zu Hause das (möglicherweise medizinisch notwendige) Futter.
Katze kommt nicht mehr nach Hause
Regelmäßige Fütterung bindet die Katze an den neuen Futterplatz. Sie bleibt immer länger weg oder kommt gar nicht mehr nach Hause – die Besitzer machen sich große Sorgen.
Weitere Risiken
- Medikamentengabe: Manche Katzen bekommen Medikamente übers Futter. Wenn die Katze anderswo schon satt ist, verweigert sie das Medikamentenfutter.
- Krankheiten verschleppt: Durch gemeinsame Futternäpfe können Krankheiten zwischen Katzen übertragen werden.
- Streit unter Katzen: Ein zusätzlicher Futterplatz kann Revierstreitigkeiten zwischen Katzen verschärfen.
- Rechtliche Aspekte: Das Anfüttern einer fremden Katze kann als Sachbeschädigung oder Eingriff in fremdes Eigentum gewertet werden.
Was Sie stattdessen tun können
- Sprechen Sie den Besitzer an: Wenn Sie sich Sorgen um eine Katze machen, versuchen Sie den Halter zu ermitteln und das Gespräch zu suchen.
- Wasser anbieten: Eine Schale frisches Wasser im Sommer ist in Ordnung und schadet nicht.
- Kontaktieren Sie uns: Wenn die Katze krank, verletzt oder verwahrlost wirkt, rufen Sie unser Tierheim an.
- Fundtier melden: Wenn eine Katze herrenlos erscheint, melden Sie sie als Fundtier bei uns oder der Stadt.
- Chip prüfen lassen: Ein Tierarzt kann den Chip einer Katze auslesen und den Besitzer ermitteln.
Wann Füttern doch sinnvoll ist
Es gibt Ausnahmen: Verwilderte Streunerkatzen ohne Besitzer, die offensichtlich auf sich allein gestellt sind, dürfen und sollten in Absprache mit dem örtlichen Tierschutzverein gefüttert werden. Wir helfen bei der Einrichtung kontrollierter Futterstellen und organisieren die Kastration der Tiere.
Im Zweifelsfall gilt: Rufen Sie uns an! Wir beraten Sie gerne und helfen bei der Einschätzung der Situation.